Nach der Razzia im FKK Colosseum wurde der Saunaclub von der Behörde geschlossen. Damit ist er nun der letzte Saunaclub zwischen Stuttgart und München gewesen.
Wie schon beim Morgenland wurde als Grund Betrug angegeben, vermutlich Steuerhinterziehung. Es wurden außerdem zwei Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit festgenommen. Mehr Informationen gibt es bisher nicht, was viele Fragen offenlässt.
Wie lange liefen diese Ermittlungen bereits im Vorfeld, dass es überhaupt zu mutmaßlich fehlenden Steuerzahlungen kommen konnte? Oder kam es erst zu einer Forderung des Finanzamts, die genau zu dem Zeitpunkt gestellt wurde, als das FKK Colosseum Insolvenz anmeldete? Gab es Uneinigkeiten bei der Steuerberechnung?
Unverständlich ist auch, warum rund 20 Polizeifahrzeuge aufgefahren sind. Solche Einsätze kennt man eher von Zollkontrollen, bei denen arbeitende Frauen überprüft werden, wie es beispielsweise beim Shark der Fall war. Dieser massive Aufmarsch wirkt völlig überzogen, fast so, als würde eine Terrorgruppe verfolgt.
Auch die Festnahmen werfen Fragen auf. Bekannt ist lediglich eine eingetragene Geschäftsführerin. Warum wurden dann zwei Personen festgenommen? Müsste die Geschäftsführerin dabei anwesend gewesen sein, oder handelte es sich um andere Personen, die möglicherweise ebenfalls am Geschäft beteiligt waren? Vielleicht ehemalige Geschäftsinhaber?
Von den im Club arbeitenden Personen wusste offenbar niemand etwas: weder Reinigungspersonal noch Bedienung oder Masseure. Alle gaben sich ahnungslos. Zudem waren bei der Aktion am Donnerstag nur wenige Personen vor Ort, ebenso kaum Frauen.
Berichtet wurde außerdem, dass zwei weitere Objekte in der Augsburger Innenstadt kontrolliert wurden. Um welche Gebäude handelte es sich, und in welchem Zusammenhang standen sie mit dem Saunaclub?
Auffällig war auch, wie schnell und exklusiv die Augsburger Allgemeine darüber berichtet hat. Kann man hier wirklich noch von Pressefreiheit sprechen?
Von Seiten der Behörden ist von einem "großen Erfolg" die Rede. Doch worin besteht dieser Erfolg? Darin, dass ein solches Angebot nicht mehr existiert und künftig nur noch Bordellhäuser übrig bleiben? Und werden diese dann nicht irgendwann ebenfalls ein ähnliches Schicksal erleiden?
Die Frage ist auch: Wohin gehen dann die Frauen? Am Ende bleiben nur noch Privatwohnungen und Hotels. Genau das hatte die Polizei selbst kritisiert, weil dadurch die Prostitution weiter in den Untergrund gedrängt wird. Mit solchen Maßnahmen machen die Behörden die Situation doch nur schlimmer.
Das Prostitutionsschutzgesetz funktioniert so jedenfalls nicht mehr, und die Verantwortung dafür liegt bei den Behörden selbst. Besteht womöglich sogar die Absicht, Prostitution vollständig verschwinden zu lassen? Die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt jedoch, dass sie dadurch lediglich in den Untergrund abwandert. Dort wird zwar immer wieder neue Prostitution aufgedeckt, aber selbst wenn ein Freier bei einer Frau angetroffen wird, kann kaum etwas nachgewiesen werden, solange keine Aussagen über Bezahlung gemacht werden. Behauptet er, es handle sich um seine Freundin und ein privates Treffen, ist rechtlich kaum etwas möglich.
Die Prostituierten wiederum werden kaum ihre eigene Kundschaft belasten und verlieren wollen. Das ist längst bekannt. Der Staat verdient auf diese Weise am Ende gar nichts mehr daran.
Oder steuern wir insgesamt auf Zustände zu, in denen wir alle wie in einem Gefängnis leben?
Wenn es dem Staat tatsächlich um den Schutz der Frauen geht und er Bordellbetreibern nicht traut, zugleich aber verhindern will, dass die Prostitution vollständig in den Untergrund abwandert, gibt es letztlich nur eine konsequente Lösung: Der Staat müsste selbst Bordelle bereitstellen und betreiben.
Von einem anderen User war außerdem zu lesen, dass andere Bordellbetreiber mit den Behörden zusammenarbeiten sollen. Das Colosseum sei als große Konkurrenz wahrgenommen worden, weshalb Hinweise an die Behörden gegeben worden seien, um eine Schließung gezielt herbeizuführen.
Was ich sowohl bei den Behörden als auch bei der Augsburger Allgemeinen verurteile, ist, dass durch solche Aktionen mit einem Schlag alles verschlechtert wird, während die Berichterstattung zugleich informationsarm bleibt.
Wenn man dann zusätzlich liest, was in Augsburg derzeit alles umgesetzt wird, etwa diese mobilen Poller, wirkt die Stadt insgesamt wie ein einziger Irrsinn – bezahlt von den Steuerzahlern. Eigentlich müssten die Verantwortlichen dafür verklagt werden. Für mich persönlich steht fest: Augsburg werde ich künftig meiden.
Wenn die Menschen sehen, was dort derzeit passiert, sollten sie den Behörden bei den Kommunalwahlen einen deutlichen Denkzettel verpassen. Aber selbst dann scheinen die Verantwortlichen nichts zu lernen und schieben die Probleme immer wieder auf irgendwelche Ursachen, die nichts lösen und am Ende alles nur weiter verschlimmern.